„Durch nichts zu ersetzen“: Drosten fordert Schließen der Impflücken

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité Berlin, nimmt an einer Pressekonferenz teil (Archivbild).

Ange­sichts der Absagen an eine gene­relle Impf­pflicht aus Teilen der Ampel­parteien hat der Viro­loge Chris­tian Drosten ein Schließen der Impf­lücken gefordert. Das machte er in einem Beitrag auf Twitter deutlich.

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Drosten hatte einen Artikel von „Zeit Online“ geteilt. Darin ging es um Politiker und Politike­rinnen von SPD und FDP, die eine gene­relle Impf­pflicht ausschlossen. „Ein fast voll­ständiges Schließen der Impf­lücken ist durch nichts zu ersetzen , schrieb der Leiter der Charité-Viro­logie in Berlin in dem Post. „Wer das noch nicht kapiert hat, hat es noch nicht kapiert.“

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Mit Blick auf die Auffri­schungs­impfungen fügte der Viro­loge hinzu: „Boostern beru­higt die Inzidenz im Winter, aber mit der jetzigen Impf­lücke kommen wir nicht in die ende­mische Situa­tion.“

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Wegen der verschärften Corona-Lage hatte die öster­reichi­sche Regierung zuletzt eine allge­meine Impf­pflicht ab Februar 2022 ange­kündigt. Ein erneuter Lock­down gilt in dem Land ab Mon­tag.

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Ange­sichts hoher Infek­tions­zahlen nahm auch in Deutsch­land die Debatte über eine allge­meine Impf­pflicht Fahrt auf. Schleswig-Hol­steins Minister­präsi­dent Daniel Günther (CDU) zeigte sich offen dafür. Zwar hoffe er, „dass es am Ende ohne allge­meine Impf­pflicht geht“, sagte Günther der Online­ausgabe der Tages­zeitung „Die Welt“, „wenn nicht, bin ich aller­dings auch bereit, diesen Schritt zu gehen“. Das Land dürfe nicht dauer­haft von dieser Pandemie domi­niert werden.

Bayerns Minister­präsi­dent, CSU-Chef Markus Söder, hatte sich am Frei­tag für eine gene­relle Impf­pflicht ausge­sprochen. „Ich glaube, dass wir am Ende um eine allge­meine Impf­pflicht nicht herum­kommen werden“, sagte er. Sonst werde das „eine Endlos­schleife mit diesem Mist-Corona“.

SPD- und FDP-Politiker äußern sich ablehnend

Aus Teilen der möglichen künf­tigen Ampel­koalition gab es hingegen Ableh­nung für eine allge­meine Impf­pflicht. „Die wird’s nicht geben“, sagte der geschäfts­führende Außen­minister Heiko Maas (SPD) dem TV-Sender Bild Live. „Weil wir es nicht für notwendig halten, weil wir es auch aus verfas­sungs­recht­lichen Gesichts­punkten für schwierig halten.“ Es werde eine Impf­pflicht für bestimmte Berufs­gruppen geben, „und das halte ich auch für richtig“.

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Die FDP-Gesund­heits­poli­tikerin Christine Aschen­berg-Dugnus sagte der „Bild“ (Samstag): „Die allge­meine Impf­pflicht als Droh­kulisse in den Raum zu stellen hilft niemandem.“ Gerade die Länder mit drama­tischen Corona-Zahlen „sollten sich darauf konzen­trieren, wie verein­bart die Impf­angebote auszu­weiten und die neuen Corona-Maß­nahmen umzu­setzen“.

Nach Einschät­zung des FDP-Vorsit­zenden Chris­tian Lindner werde aber eine Corona-Impf­pflicht für bestimmte Berufs­gruppen eingeführt werden. „Inzwi­schen haben sich Bund und Länder für eine einrich­tungs­­bezo­gene Impf­pflicht ausge­sprochen. Sie wird deshalb kommen“, sagte Lindner der „Süddeut­schen Zeitung“. Zu Beginn der Pandemie hätten alle, einschließ­lich der Bundes­kanz­lerin, Impf­pflichten ausge­schlossen. Praktiker hätten auch Bedenken gehabt, dass Beschäf­tigte dann ihren Arbeits­platz verlassen würden. „Inzwi­schen wird das allge­mein anders einge­schätzt“, sagte Lindner.

RND/af mit dpa

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