Micky Beisenherz: „Die Impfprämie kommt schneller als die Impfpflicht“
Berlin. Der Satiriker, Moderator und Autor Micky Beisenherz blickt mit gemischten Gefühlen auf das neue Jahr. „Im Grunde ist 2022 das Jahr der kompletten Entzauberung“, sagte Beisenherz im Podcast „Geyer & Niesmann“ des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Der zurückliegende Jahreswechsel war der erste, den man nicht mit einem Gefühl der Hoffnung angegangen ist.“
Die meisten Menschen hätten angesichts der andauernden Pandemie das Gefühl, dass das neue Jahr genauso beginne, wie das alte aufgehört habe – und zwar schlecht. Angesichts immer neuer Varianten und Mutationen frage er sich, „ob Corona den Kontakt zu den einfachen Bürgern verloren hat“, sagte Beisenherz mit einem Augenzwinkern.
Podcast „Geyer & Niesmann“ mit Micky Beisenherz hier hören:
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Zur vollständigen AnsichtDie starke Verbreitung der Omikron-Variante zeige, dass sich auch geimpfte und genese Personen auf eine Infektion einstellen müssten, so der Satiriker, der selbst bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Umso wichtiger sei es jetzt, sich impfen oder boostern zu lassen. „Nach den gängigen Erkenntnissen bewahrt uns das Boostern vor einem schweren Verlauf“, sagte Beisenherz. Und: „Ich bin total für die Impfung, finde sie gut und richtig.“
An die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht glaube er nicht mehr, sagte Beisenherz. „Überraschenderweise gibt es dafür offenbare keine Mehrheit im Bundestag“, so der Satiriker. „Mittlerweile bin ich der Überzeugung: Die Impfprämie kommt schneller als die Impfpflicht.“
Politisch habe er die Befürchtung, dass nach einem möglichen Erfolg der Republikaner bei den Midterm-Wahlen in den USA Ende des Jahres der frühere Präsident Donald Trump sein politisches Comeback feiern könnte, sagte Beisenherz.
Er wolle sich aber trotz solcher Aussichten seine gute Laune und seinen Optimismus nicht nehmen lassen. „Die tiefe Sehnsucht nach dem totalen Zerfall, die bei vielen Journalisten ausgeprägt ist, habe ich gar nicht – wahrscheinlich, weil ich kein Journalist bin“, so Beisenherz. „Ich versuche, mir mein positives Weltbild falsifizieren zu lassen und nicht umgekehrt“, sagte der Satiriker. „Schlechte Laune haben kann man ja noch früh genug.“