Griechenlands zweitgrößte Stadt: Darum lohnt sich Thessaloniki
Vom geeisten Kaffee über historische Straßenzüge in Knallfarben, wilden Partys und im Zentrum gelegene Ausgrabungsstätten – in Thessaloniki kommt alles zusammen. Wer bei Urlaub in Griechenland nur an Strandurlaube auf griechischen Inseln wie Kreta, Rhodos oder Kos denkt, verpasst das Beste.
Thessaloniki, die zweitgrößte Stadt Griechenlands, bleibt oft unbeachtet. Und das zu Unrecht. Die Hafenstadt mit den rund 325.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist jede Reise wert. Hier tobt das Leben und unzählige Sehenswürdigkeiten stehen zur Auswahl. Ganz zu schweigen vom Essen. Nicht zuletzt für seine Gastronomieszene wurde Thessaloniki vom „Time Magazine“ bereits in die Liste der „World‘s Greatest Places“ aufgenommen. Der reisereporter stellt dir die Stadt genauer vor.
Thessaloniki kulinarisch
Die verschiedenen Einflüsse der christlichen, muslimischen und jüdischen Kulturen der Stadt machen sich auch auf der Speisekarte der Stadt bemerkbar. Nachdem Thessaloniki 2021 von der Unesco als „Stadt der Gastronomie“ aufgenommen wurde, listete das „Time Magazine“ die Stadt ein Jahr später in der Liste der „World‘s Greatest Places“, ebenfalls mit Verweis auf das gastronomische Angebot.
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Zur vollständigen AnsichtEine große Auswahl an Lebensmitteln sowie Bars und Tavernen sind im Modiano-Markt im historischen Zentrum zu finden. Der Markt, der aus einer Anhäufung von edlen Geschäften besteht, ist in einem repräsentativen Gebäude untergebracht, das 2022 renoviert wurde. Auch Events wie Kochshows finden hier statt. Ein weiterer Anlaufpunkt für frische Lebensmittel ist der lebendige Kapani-Markt, wo lautstark gefeilscht wird.
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Wer sich zu den Naschkatzen zählt, ist in Thessaloniki ebenfalls gut aufgehoben. An so gut wie jeder Ecke wird Süßes angeboten. Beispielsweise klebrig-süße Galaktoboureko, ein süß gefüllter Strudelteig, oder mit Creme gefüllte Blätterteigtüten, die Triangel genannt werden. In den zahlreichen Cafés der Stadt können die kalorienreichen Leckereien mit einem geeisten Kaffee kombiniert werden.
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Zur vollständigen AnsichtBei so vielen Nachtischen wundert es nicht, dass einige Wegweiser für Fußgängerinnen und Fußgänger in Thessaloniki eine spezielle Angabe aufweisen: Nicht nur die Entfernung zur nächsten Sehenswürdigkeit ist dort verzeichnet, sondern auch die Kalorienmenge, die auf dem Weg verbrannt wird.
Thessalonikis Nachtleben und Festivals
Thessaloniki ist eine Studentenstadt. Rund 80.000 Studentinnen und Studenten zählt die Aristotle University of Thessaloniki, die größte Universität Griechenlands. Dementsprechend lebendig zeigt sich auch das Nachtleben. In zahlreichen Tavernen, Bars und Clubs kann die Nacht zum Tag gemacht werden. Vielerorts gibt es Livemusik.
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Zur vollständigen AnsichtAuch das Thema Toleranz spielt in Thessaloniki eine Rolle. Für ein weltoffenes Miteinander warb etwa der ehemalige Bürgermeister Giannis Boutaris mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion. Um die Gay-Pride-Parade im Kampf für sexuelle Freiheit zu unterstützen, posierte er 2017 mit über 70 Jahren nackt für ein Magazin, um ein Zeichen zu setzen. „Es ist unsere Pflicht als demokratische Gesellschaft, Vielfalt anzuerkennen“, zitierte ihn die Deutsche Welle damals.
Vielfältig zeigen sich die Festivals, die in Thessaloniki stattfinden. Seit 1960 gehört das jährlich stattfindende Internationale Filmfestival Thessaloniki zu den Kulturevents und auch das Dokumentarfilmfestival ist seit über 25 Jahren fester Bestandteil der Kulturszene. Kunstfans besuchen die Fotobiennale und Musik und Theater wird beim Dimitria-Festival geboten.
Das Viertel Ladadika in Thessaloniki
Das Viertel Ladadika präsentiert sich mit bunten Fassaden und hippem Flair. Wer ausgehen möchte, landet automatisch in dem von Kneipen und Clubs durchzogenen Viertel im Hafengebiet von Thessaloniki. Auch eine besondere Architektur macht das Gebiet aus: Da das Viertel von dem großen Brand von 1917 nicht betroffen war, gelten die Straßenzüge als historische Stätte und stehen unter Denkmalschutz.
Zu jeder Tages- und Nachtzeit ist hier was los. Dort, wo einst Olivenöl lagerte, verbergen sich hinter knalligen Anstrichen Brauhäuser, lässige Cafés, schicke Bars und tolle Restaurants. Beim Schlendern ist Musik zu hören, das ganze Viertel brodelt und lebt. Zu den Hotspots des quirligen Treibens gehören der Morichovou-Platz und die Katouni-Straße.
Sehenswürdigkeiten und Museen in Thessaloniki
An der Uferpromenade ist er nicht zu übersehen. Der Weiße Turm von Thessaloniki ist 33,5 Meter hoch und misst stattliche 22 Meter im Durchmesser. Der Weiße Turm diente im Laufe seines Bestehens schon mehreren Zwecken, wurde früher als Befestigungsanlage und später als Gefängnis genutzt. Heutzutage ist ein Museum in dem Baudenkmal untergebracht, das die Geschichte der Stadt erzählt.
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Zur vollständigen AnsichtEine besonders bewegte Geschichte und Erscheinung zeichnet auch die Kirche Hagia Sophia aus dem siebten Jahrhundert aus. Im Laufe der Zeit mal als Moschee, dann als orthodoxes Gotteshaus genutzt, zeigt sie sich mit Spuren der Umbauten und im Inneren sind Mosaike aus dem achten und neunten Jahrhundert zu sehen. Das Bauwerk gehört zum Unesco-Welterbe und gilt als Vorgänger der Kreuzkuppelkirchen. Eine weitere bedeutende Kirche und ebenfalls Unesco-Schützling ist die Demetrios-Basilika aus dem sechsten Jahrhundert mit ihrer kunstvollen Innengestaltung.
Und weiter geht es im Kulturbecken von Thessaloniki. Es lockt das Archäologische Museum, für das etwa drei Stunden Zeit eingeplant werden sollten. Das im Zentrum angesiedelte Museum ist eines der größten des Landes und beherbergt eine große Sammlung antiker Fundstücke wie Schmuck aus den Gräbern von Sindos (560–440 v. Chr.) oder den Derveni-Krater aus dem vierten Jahrhundert vor Christus. Ebenfalls ein Must-see: das Geburtshaus des türkischen Staatsgründers Kemal Atatürk in der Innenstadt. Der Eintritt ist kostenlos.
Moderne Kunst hingegen ist unter freiem Himmel am Hafen zu sehen: 1997 schuf der griechische Künstler Giorgos Zogolopoulos ein Kunstwerk aus Regenschirmen direkt an der Promenade. Die „Umbrellas“-Skulptur ist ein beliebtes Fotomotiv, hinter dem am Abend malerisch die Sonne untergeht. Nachts werden die Schirme illuminiert.
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Zur vollständigen AnsichtThessaloniki: Die Aussicht genießen
In Thessaloniki kannst du an den verschiedensten Orten grandiose Ausblicke erleben. Und meistens sind diese Aussichtspunkte mit einem mehr oder weniger prestigeträchtigen Bauwerk verbunden. Einen guten Anfang macht der Ausblick aus dem Weißen Turm, der nach 92 überwundenen Treppenstufen auf dich wartet. Spektakulärer wird die Sicht von Bauwerken aus, die erhöht über Thessaloniki thronen.
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Zur vollständigen AnsichtDazu gehört die Festung Heptapyrgion, von der aus du über die Dächer der Stadt und das Mittelmeer blickst. Das Bauwerk an sich ist nicht besonders spektakulär, aber zu Zeiten des Sonnenuntergangs gibt es kaum einen besseren Ort, um die Sonne verglühen zu sehen. Auch das malerische byzantinische Vlatades-Kloster, das fußläufig von Heptapyrgion zu erreichen ist, bietet einen Traumblick auf die Metropole.
Nicht die ganze Stadt, aber die beeindruckende Platia Aristotelous, deutsch: Aristoteles-Platz, kannst du ebenfalls von oben betrachten. Der wichtigste und größte Platz Thessalonikis ist gesäumt von klassizistischen Gebäuden mit Säulengängen und ist zu einer Seite offen zum Meer. Bei einem Drink oder Essen auf einer der Dachterrassen, etwa im Orizontes Roof Garden, erlebst du den belebten Platz aus der Vogelperspektive.
Spaziergang der 1000 Eindrücke durch Thessaloniki
Beim Spaziergang durch Thessaloniki entdeckst du Altes und Neues, ruhige Kleinode und quirlige Ecken. Stille tankst du beispielsweise im Garten des Vlatades-Klosters, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde. Entlang der Stadtmauer geht es zum Trigonenturm, der Teil der osmanischen Befestigungsanlage ist und ebenfalls schöne Fernsicht bietet. Dieser Ort ist auch beliebt für einen Sundowner.
Ein weiteres Highlight liegt nur wenige Gehminuten entfernt: die hübsche Kirche des Heiligen Apostel Paulus. Der Prachtbau verzückt mit roten Dächern und ein Blick ins Innere lohnt unbedingt. Die Wände sind kunstvoll gestaltet und mit Fresken verziert.
Was es noch zu entdecken gibt? Unzähliges. Beim Walk durch die Oberstadt Ano Poli versprühen mit Kopfstein gepflasterte Straßen, schmale Gassen und osmanische Architektur den Kleinstadtcharme aus einer anderen Zeit; die imposante Rotunde des Galerius, ein von außen schlichter Kuppelbau, offenbart im Inneren beeindruckende Wandmosaike.
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Zur vollständigen AnsichtUnd die perfekte Verschmelzung von Altem und Neuem zeigt sich im Römischen Forum von Thessaloniki. Umgeben von Wohnhäusern liegt die Ausgrabungsstätte Forum Romanum, die 1966 bei Bauarbeiten gefunden wurde. Nach so vielen Eindrücken ist eine Verschnaufpause in einem Café dringend notwendig. Gut, dass es daran hier nicht mangelt.
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