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Tragischer Verlust

Eilenburgs Stadionsprecher Hoffmeier bricht bei Greifswald-Spiel zusammen und stirbt

Martin Hoffmeier ist völlig unerwartet gestorben.
Martin Hoffmeier ist völlig unerwartet gestorben.

Eilenburg. „Ich habe noch den Klang deiner Stimme im Ohr und auch in meinem Herzen – nach so langer Zeit.“ Das hat Hannes Wader einmal gesungen. So wird es vielen mit der Stimme von Martin Hoffmeier gehen. Am Sonnabend ist der Stadionsprecher des FC Eilenburg mit 47 Jahren gestorben. Aber was heißt hier „Stadionsprecher“?! Martin Hoffmeier war so viel mehr – und landete nur zufällig beim Fußball.

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Sein Refugium im Ilburg-Stadion konnte er mit eineinhalb seiner großen Schritte durchschreiten. In den winzigen Sprecherturm passte Martin Hoffmeier gerade so hinein. Sein patentiertes „Tor für den FC Eilenburg“ blieb ihm in seinem letzten Spiel verwehrt. 0:6 verlor der FCE die Regionalliga-Partie am Sonnabend gegen Greifswald. Das spielte schon wenig später keine Rolle mehr.

Der DJ ziert sich - und wird dann doch Stadionsprecher

Martin Hoffmeier war während des Spiels zusammengebrochen und verstarb kurz darauf im Krankenhaus. „Wir sind fassungslos“, teilte sein Verein mit. Und mit dem FC Eilenburg waren das viele, viele andere. Wer ihn auch nur flüchtig kannte, dem kommt wahrscheinlich seine Freundlichkeit, sein Lachen als erstes in den Sinn. Seine angenehm zurückhaltende, gleichwohl eloquente Art übertrug er auch auf das Stadionmikrofon. Nein, Martin Hoffmeier war kein Selbstdarsteller, keiner, der brüllte, anstachelte oder provozierte.

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Sinnigerweise kam er zum FC Eilenburg, ohne vorher großer Fußballexperte gewesen zu sein. Stattdessen legte er während seines Studiums der Sozialpädagogik als DJ auf. Zufällig schaute er im Ilburg-Stadion vorbei, weil ein Kumpel als Schiedsrichter ein Spiel des FCE pfiff. Die Eilenburger waren gerade auf der Suche nach einem Stadionsprecher - und sprachen den seltenen Gast darauf an. Der zierte sich zunächst - und übernahm das Mikro dann doch. 1999 war das. Der Beginn einer außergewöhnlichen Beziehung.

Pressekonferenzen mit „Inspektor Columbo“

Mehr als zwei Jahrzehnte lang verpasste Martin Hoffmeier nahezu kein Eilenburger Heimspiel, versorgte nebenbei alle daheim gebliebenen via Liveticker mit aktuellen Informationen. Nach Abpfiff moderierte er die Pressekonferenzen, an deren Ende er ein Ritual entwickelte, das an Inspektor Columbo erinnert. Zunächst übergab der Hüne mit dem hellen Haar und der dunklen eckigen Brille das Wort ans Auditorium. Weil von dort selten bis nie eine Nachfrage kam, ließ er einen über die Jahre legendär gewordenen Satz folgen: „Ich hätte da mal noch was...“

Auch meilenweit über Worte hinaus erwies er sich unheimlich vielseitig für den FC Eilenburg – ohne je eine Übungsleiter-Lizenz besessen zu haben. Er war einer der Mitinitiatoren des „Pokals der Stadt Eilenburg“, der sich zu Mitteldeutschlands größtem U15-Turnier entwickelte und arbeitete sehr eng mit FCE-Nachwuchsleiter Mike Trybusch zusammen. Bei Sorgen oder Problemen der Kinder und Jugendlichen führte er Elterngespräche, vermittelte, glättete Wogen. Der Sozialpädagoge wusste eben mit Menschen umzugehen. Gleichsam füllte er seine Worte mit Leben.

Zu begreifen, dass das jetzt auf einmal vorbei sein soll, fällt schwer. Mach‘s gut, Martin. Wir behalten dich und den Klang deiner Stimme im Herzen.

LVZ